SSV Datteln

Sport-Pakt vor dem Aus?

Sport-Pakt vor dem Aus? Ausschuss diskutiert über Kündigung / SSV warnt DATTELN. (uw) Er gilt seit Jahren als Erfolgsmodell, um den Bedürfnissen der Sportvereine sowie der prekären Haushaltslage der Stadt gleichermaßen Rechnung zu tragen: der Pakt für den Sport. Doch das Erfolgsmodell steht möglicherweise vor dem Aus. Das befürchtet zumindest der Vorsitzende des Stadtsportverbandes (SSV), Peter Amsel. In der kommenden Woche wird nämlich der Sportausschuss über die Kündigung des Paktes diskutieren, der zum Jahresende ausläuft, falls er bis zum 30. Juni von Stadt oder SSV gekündigt wird. Grundlage ist ein Antrag der CDU-Fraktion, die ein neues Konzept für den Sportpakt fordert, da dieser in der jetzigen Form unter Berücksichtigung der aktuellen Haushalslage nicht mehr zeitgemäß sei. Peter Amsel räumt auf Anfrage unserer Redaktion ein, dass der derzeitige Pakt für den Sport an einigen Stellen sicherlich nachzubessern sei. Der SSV sei in jedem Fall gesprächsbereit. Amsel hat aber große Bedenken, sollte der Vertrag zwischen Stadt und SSV gekündigt werden. „Dann befinden wir uns in einem vertragslosen Zustand, der Vertrag müsste neu ausgehandelt werden und die Bezirksregierung muss diesem Vertrag neu zustimmen, was sich in dem Haushaltssicherungsverfahren als sehr schwierig erweisen dürfte.“ Der Pakt für den Sport wurde seinerzeit beschlossen, damit sich Verwaltung und Politik nicht mehr mit den finanziellen Belangen der Sportförderung aus städtischen Mitteln beschäftigen mussten. Der SSV (7000 Mitglieder) wurde daraufhin mit Finanzmitteln ausgestattet, um die Vereine zu unterstützen. Der ursprüngliche Betrag von 50000 Euro pro Jahr aus der Stadtkasse wurde bereits auf heute 30000 Euro reduziert.
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Sportlerball

Sportabzeichen mit 87 Jahren sportlerehrung: Volles Haus im TV-Vereinsheim / Mehr als 80 Sportler geehrt von stephan breuckmann datteln. Mit 87 Jahren ein Sportabzeichen abzulegen, auf diese Idee kommen wohl die wenigsten. Nicht so der Dattelner Günter Matern: im letzten Jahr erreichte er sein allererstes Abzeichen – und das direkt in Silber. Dafür bekam er im Rahmen des Sportlerballs, organisiert vom Stadtsportverband, einen Ehrenpreis. Zuvor wurden zahlreiche weitere Sportler geehrt. Was lange währt, wird endlich gut: Nach mehr als sechs Jahren Pause vergab der Stadtsportverband (SSV) am Wochenende Ehrungen für die besten Sportler der Stadt. Bereits im Februar wurden alle Vereine Dattelns schriftlich gebeten, Sportler aus ihren Reihen zu nominieren. Kriterium war, dass im vergangenen Jahr besondere sportliche Leistungen erbracht wurden. Was schon beim Vortreffen der Jury klar wurde: „Wir haben beachtlich viele Sportler, die weit über die Stadtgrenzen hinaus erfolgreich sind“, zeigte sich Dr. Konrad Stolzenberg, stellv. Vorsitzender des SSV, beeindruckt. Unsicherheit herrschte bei den Verantwortlichen im Vorfeld darüber, ob denn überhaupt genug Leute kommen würden. Das gut gefüllte TV-Vereinsheim bewies am Samstag: zu Unrecht. Neben den geehrten Sportlern folgten auch einige Eltern, Freunde und Bekannte der Einladung des SSV. Los ging es ab 18 Uhr mit einem Schnittchenbuffet, Gulaschsuppe und Bratwurst – gespendet von der Metzgerei Burmeister – vom Holzkohlegrill. Anschließend griff Moderator Vassilios Psaltis zum Mikrofon, um nach einem kurzen Schnack mit Bürgermeister André Dora mit den Ehrungen zu beginnen – hiervon gab es eine Menge. Nacheinander rief er die Nominierten auf und erzählte mit lockerer Zunge etwas über ihr sportliches Jahr 2015. Als Preise gab es neben einer Medaille vom SSV Gutscheine, die die Sportabteilung des Kaufhauses Danielsmeier zur Verfügung gestellt hat. Während manche Geehrte einen Vertreter schickten – die Rollkunstläuferinnen Hanna Michels und Finnja Teige zum Beispiel befanden sich auf einem Lehrgang – kamen die meisten Sportler persönlich vorbei, um sich ihre Lorbeeren abzuholen. Besonders präsent waren sowohl das Schülerspeed-Team als auch die Hockey-Knaben des TV Datteln. Im Trikot-Einheitslook gaben sie ein stimmiges Bild ab. „Die Trikots tragt ihr auch das ganze Jahr über, oder“, scherzte Psaltis. „Cool sieht das aus.“ Die größte Anerkennung des Abends bekam jedoch kein Nachwuchssportler – im Gegenteil: Im Alter von 87 Jahren erreichte Günter Matern sein erstes Sportabzeichen. Und damit nicht genug, er schaffte auch gleich die Hürde zur silbernen Edition. Als Ausdauerdisziplin bestritt er je 7,5 Kilometer auf dem Rad und auf der Walking-Strecke. „War es denn schwierig?“, fragte Psaltis vorsichtig. „Naja, mit dem Schleuderball hatte ich meine Probleme“, antwortete Matern. „Da fehlten mir 20 Zentimeter zu Gold.“
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